Die Grube Ziethen

Als Anwohner zwischen Kaldauen und Allner in Seligenthal und Weingartsgasse bei ihrer Arbeit auf silbrig glänzendes Gestein stießen, nahm die Siegburger Abtei  dies zum Anlass, im Jahre 1122 Kaiser Heinrich V. um eine Bergbauberechtigung zu bitten. Die Berechtigung wurde erteilt und dem Zugriff auf die Bodenschätze im gesamten Bereich stand rechtlich gesehen  nichts mehr im Wege. Es dauerte nicht lange und neben anderen Gruben, zählte auch die Grube Ziethen zum Besitz der Siegburger Abtei. Zuerst im Tagebau, später im Untertagebetrieb wurde das 340 Millionen Jahre alte Gestein zwischen Allner und Kaldauen, parallel zur Sieg vorkommend, abgebaut.

Neben der Bergbauberechtigung aus dem Jahre 1122, erließen die Herzöge von Berg um 1542, und später im Jahre 1719, gesonderte Bestimmungen, wie die Bergbaubetriebe zu führen wären.

Zwischen 1850 und 1875 erlebte die Grube Ziethen, benannt nach dem preußischen Reitergeneral H.J. von Ziethen, ihre wahre Blütezeit. Es wurden zwei Schächte von 70 Metern Tiefe geschaffen, Stollen in den Berg getrieben und dank neuer Bergbautechniken und Gewinnungsverfahren Blei, Zink, Kupfer und Silber gewonnen. Ab 1875 wechselten die Besitzer mehrfach, bis 1897 die Gewerkschaft der Grube Ziethen das Bergwerk übernahm.

Ein weiterer Versuch, zwischen 1922 und 1927 der Grube noch mehr ertragreiches Erz zu entlocken, schlug fehl. Der Berg war ausgebeutet. Übrig blieb ein 100 m tiefer Schacht an der Hauptstraße in Seligenthal, Bergbauhalden und Stollenöffnungen. 1927 endete damit die rund 900 Jahre alte Bergbautradition von Siegburg. 1938 wurde das zur Grube gehörende Gelände (ohne Fördergerüst) an den  Mühlengutsbesitzer Löbach in Seligenthal verkauft, so dass die Gewerkschaft kein Grundeigentum mehr besaß.

Das Betriebsgebäude der Grube Ziethen, das 1881 erbaut worden war, wurde 1964 abgerissen und ein Wohnhaus (Hauptstraße 490 in Seligenthal) darauf errichtet.