08.11.2018

Letztes Siegburger Opfer auf dem Schlachtfeld?

100 Jahre Weltkriegsende: Johann Limbach fiel 72 Stunden, bevor die Waffen schwiegen

Siegburg. Ist dies das letzte Siegburger Opfer in den Schlachten des Ersten Weltkriegs?

Johann Limbach ist 23 Jahre alt, als er am 8. November 1918, nur 72 Stunden vor dem in Compiègne geschlossenen Waffenstillstand, an der Westfront in einem Gefecht bei Eclaibes ums Leben kommt. "Für seine Zuverlässigkeit und Pflichtreue legen Zeugnis ab die Beförderung zum Unteroffizier und die Verleihung des Eisernen Kreuzes" steht auf dem Totenzettel, abgedruckt im Siegburger Kreisblatt. Vor dem Ruf an die Waffe hatte Limbach Munition in den Königlichen Werken seiner Vaterstadt hergestellt. Als sein Bruder 1915 im Krieg fällt, wird er zum Reserve-Infanterie-Regiment 17 einberufen. Erst kämpft er in Westen, dann im Osten, in Galizien, später wieder in Frankreich. Es sind bewegte Tage vor genau 100 Jahren. Der Krieg ist aus, das Volk hungert, die spanische Grippe rafft viele Siegburger dahin. Todesanzeigen pflastern die Seiten des Kreisblatts. Eine neue Zeit bricht an. Der Kaiser dankt ab, geht ins holländische Exil. Ein Arbeiter- und Soldatenrat übernimmt die Macht. Bald kehren die Soldaten aus den Gräben zurück. Lebend, doch zutiefst traumatisiert, vielfach verwundet an Leib und Seele. Das Rheinland wird besetzt. Ausführlich berichten wir wie immer im Siegburger Kalenderblatt. Bürgermeister Franz Huhn tritt am Wochenende eine Reise an, die ihn in unsere französische Partnerstadt Nogent-sur-Marne und in die Vergangenheit führen wird. Am Nogenter Kriegerdenkmal erinnert er gemeinsam mit Nogents Bürgermeister Jacques Martin an den Weltkrieg und seine Folgen.


08.11.2018 - Erster Weltkrieg

Erster Weltkrieg