05.12.2018

Erinnerung an die Großeltern

Gaby Newfield lebt in New York, ist Deutschland aber eng verbunden

Siegburg. Gaby Newfield bei der Stolperstein-Verlegung im Brauhof, also an der Stelle, an der Synagoge und jüdische Schule standen.

Hier wirkte der Großvater - lehrend, betend. "Ich selber habe ihn nicht kennengelernt. Ich weiß aber, dass mein Vater Leo irgendwann nach 1945 eine Nachricht bekam, die ihn dazu veranlasste, nicht mehr nach seinen Eltern zu suchen." Salomon und Julie Seelig waren zu Opfern der Nazibarbarei geworden. Gaby Newfield, geborene Seelig, kam 1945 in Palästina zur Welt, wohin sich ihre Eltern geflüchtet hatten. "Wir gingen 1956 zurück nach Köln, Vater eröffnete seine Arztpraxis neu." So ganz traute Leo Seelig den Deutschen nicht. Als seine Tochter 1965 Abitur machte, schickte er sie zum Bruder nach New York. "Dort bin ich geblieben, dort habe ich meinen Mann kennengelernt." Gaby Newfield spricht noch immer akzentfreies Deutsch. Das hat in erster Linie berufliche Gründe. Ich habe für die Lufthansa gearbeitet, dort die Sprache gepflegt. Noch immer reisen wir mit dieser Airline - oft von New York über Frankfurt in die Welt." Drei- bis viermal im Jahr ist sie im Land der Vorfahren. Foto: Während Gunter Demnig den Stolperstein für Julie Seelig verlegt, sprach deren Enkeltochter Gaby Newfield ein Gebet auf Hebräisch, rechts neben ihr eine Freundin, links Bürgermeister Franz Huhn und der stark vertretene Verein Landjuden an der Sieg mit Dr. Claudia Arndt, Elisabeth Winkelmeier-Becker, Michael Solf und Harald Eichner.


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Stolperstein-Verlegung