Die Wolsberge

So wie der Michaelsberg, auf dem schon von weitem die Abtei zu sehen ist, so sind auch die Wolsberge, die sich recht unvermittelt aus der Ebene des Siegtals erheben, vulkanischen Ursprungs. Ihre Entstehung geht auf die Gebirsbildung im Tertiär, als auch das nahegelegene Siebengebirge enstand, zurück.

Der Wolsberg und der zur Sieg hin gelegene Riemberg sind die Wahrzeichen des Stadtteils Wolsdorf. Sie bestehen aus basaltischem Tuffgestein und sind heute fast gänzlich von Wald bedeckt.
Man sagt, dass diese zwei Erhebungen einst den Göttervater Wodan einluden, hier eine Kultstätte zu errichten, einen Götteraltar, an dem gebetet, gesungen und Opfer dargebracht wurden. Angeblich soll sich aus diesen "Wodansbergen" das Wort "Wolsberge" abgeleitet haben.
Wie bei vielen Bergen, so rankt sich auch um die Wolsberge  manch eine Sage. Es dürfte zwar schwer zu beweisen sein, dass sich in den Wolsbergen die Heinzelmännchen niedergelassen haben – aber,  wer möchte es nicht gerne glauben? Denn, wie heißt es doch so schön, "der Glaube versetzt Berge".

Für Siegburg hatten diese Berge ihre wichtigste Funktion als Steinbrüche, an denen die sogenannten "Wolsdorfer Brocken" abgebaut wurden. Aus diesem Gestein erbaute man z.B. die Siegburger Servatiuskirche und das Alte Zeughaus. Der Transport des Gesteins erfolgte mit Kähnen über den Mühlengraben (siehe Siegwehr).

Bedingt durch den Steinbruchbetrieb blieb ein Teil des Wolsberg-Vulkanschlots, das sogenannte "Faule Ei", stehen. Wie sein Name es andeutet, enthält dieser Felsteil nicht abbauwürdiges, eben "faules", Gestein. Der schroffe Felsen befindet sich heute direkt neben der Wahnbachtalstraße.

Einen besonders schönen Blick auf die umliegende Landschaft erhält man von einer Plattform auf dem Wolsberg, die über Stufen zu erreichen ist.