10.04.2019

Don Boscos Vermächtnis

Spatzen pfeifen Jubiläum von den Dächern

Siegburg. Das 19. Jahrhundert brachte die Industrialisierung und mit ihr die Soziale Frage. In Turin stemmt sich ein Mann gegen die Armut und Hoffnungslosigkeit der jungen Generation:

Giovanni Melchior Bosco, besser bekannt als Don Bosco. Mit seinem Wahlspruch "Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" schuf er Gutes an laufenden Band und bildete mit der Gründung der "Vereinigung der Salesiansichen Mitarbeiter" im Jahr 1876 eine Wohltätigkeitsgemeinschaft, die Weltgeltung erlangen sollte. Die Geschichte des Siegburger Don-Bosco-Hauses, kurz DBH, beginnt 1981 in der Bahnhofstraße 17, einem Hilfsort mit doppelter Funktion. Hier wird neben einer "Abteilung für Nichtsesshafte" eine "Abteilung für Haftentlassene" eingerichtet. In der Nacht zum 25. Januar 1994 kommt es zur Katastrophe. Das Don-Bosco-Haus brennt, ein Bewohner verliert sein Leben, ein Umzug wird nötig. Der SKM als Träger ersteht im weiteren Verlauf die historische Telegraphenvilla der Bundeswehr an der Luisenstraße. Bei der Einweihung am 19. Mai 1994 ist neben Kardinal Meissner ein betagter Mann zugegeben, der als Don Boscos verlängerter Arm in Siegburg gelten kann. Pater Gabriel Busch, 40 Jahre Gefängnisseelsorger und daher bestens vertraut mit den "aus der Lebensbahn Geworfenen", wie er sie nennt, stellt den Verkaufserlös seiner lokalgeschichtlichen Bücher dem SKM zur Verfügung. Das Haus an der Luisenstraße 111a ist wie die Zahl der Mitarbeiter stetig gewachsen. Die Verweildauer des Haftentlassenen- und Resozialisierungsbereichs beträgt zwischen sechs und 18 Monaten. Die Klienten werden von Fachpersonal unter der Leitung von Werner Christmann bei der Suche nach Arbeit und Wohnung unterstützt, es gibt soziale und psychologische Trainings. Die Erfolgsquote, damit ist das selbstständige Bestreiten des Lebens vom Arbeitslohn gemeint, schwankt stark, ist aber von 15 auf zuletzt über 50 Prozent gestiegen. In der Notschlafstelle stehen 14 Betten für Männer und deren vier für Frauen bereit. Das Asyl hat an jedem Tag im Jahr rund um die Uhr für diejenigen geöffnet, die ein Dach über den Kopf benötigen. Ferner finden sich in dem oben gezeigten Gebäude noch weitere Einrichtungen, die Kleiderkammer, die Teestube und die Tafel - nicht zu vergessen die arbeitstherapeutische Werkstatt. Die Geschichte des Don-Bosco-Hauses hat Georg Becker in der aktuellen Ausgabe der 65er Nachrichten kenntnisreich, komprimiert und sehr gut lesbar nachvollzogen. Dorthin über den folgenden "mehr"-Link. Das 25-jährige Jubiläum des Don-Bosco-Hauses an der Luisenstraße wird am 14. Juni 2019 gefeiert.


10.04.2019 - Don Bosco Haus

Don Bosco Haus  

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