25.10.2018

"Beispiel gelungener Integration"

Ein Viertel der arbeitsfähigen Flüchtlinge in Siegburg vermittelt

Siegburg. Qasim Al Rawashedhs Lebenslauf steht stellvertretend für viele Menschen, für die Deutschland in den letzten Jahren zu einer neuen Heimat wurde.

1981 wurde er im syrischen Daraa geboren, studierte in Damaskus Sportpädagogik und arbeitete anschließend als Sportlehrer. 2015 fasste er den Entschluss, zusammen mit seiner Familie (darunter zwei kleine Kinder) das vom Bürgerkrieg zerstörte Land zu verlassen. Traumatisch waren die Erlebnisse, die die Flucht über das Mittelmeer mit sich brachten. In diesem Sommer führte Al Rawashedhs Weg über ein von "KomBer Sprach- und Arbeitsförderung" vermitteltes Praktikum ins Freizeitbad Oktopus. Dort zeigten sich bald seine Qualitäten als Gärtner und Hausmeister. "Wir haben lange nach Mitarbeitern für diesen Bereich gesucht", berichtet Rita Gaines-Willems vom Freizeitbad Oktopus. "Doch leider gestaltet es sich sehr schwierig, hierfür Personal zu finden." Und so darf sich Al Rawashedh nun über eine Festanstellung freuen und wurde von Bürgermeister Franz Huhn als "ein Beispiel für gelungene Integration" empfangen. Knapp über 25 Prozent der in städtischen Unterkünften in Siegburg lebenden und für den Arbeitsmarkt vermittelbaren Flüchtlinge sind auf ähnlichen Wegen zu Anstellungen - Arbeit, Ausbildung und Einstiegsqualifizierung Jugendlicher (EQJ=Einstiegsqualifizierungsjahr) - gekommen. Die Beschäftigungen gehen von Gastronomie- und Dienstleistungsbetrieben über Kranken- und Seniorenpflegeeinrichtungen bis hin zum Einzelhandel. Dieser hohe Wert ist einem gut ausgebauten Netzwerks und enger Zusammenarbeit zwischen den Kooperationspartnern (Flüchtlingsinitiative Lohmar-Siegburg, Diakonie, AWO, SKM) sowie der ehrenamtlich tätigen Mitbürger und der Stadtverwaltung zu verdanken. "Über weitere Arbeitgeber, die sich dieser wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe annehmen wollen, freuen wir uns jederzeit", wirbt Huhn. Und wie sieht die Zukunft von Al Rawashedh, der als Flüchtling anerkannt ist, aus? "Ich möchte mein Deutsch verbessern", erzählt er. Parallel dazu möchte er sich als Rettungsschwimmer qualifizieren und dann Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe beginnen.


25.10.2018 - Al-Rawashdeh-Huhn

Bürgermeister Franz Huhn mit Al Rawashdeh