10.10.2019

Zu den Stätten jüdischen Lebens

Stern erinnert an frühere Siegburger Mitbürger

Siegburg. 9. November 1938. Spätestens mit der Reichspogromnacht müssen Millionen von Juden in Deutschland um ihr Leben bangen.

Die Stunden, in denen überall in Deutschland - auch in Siegburg - Synagogen brennen, Menschen verhaftet und auch umgebracht werden, markieren den Auftakt zur systematischen Judenverfolgung der Nazidiktatur, die in den Vernichtungslagern von Auschwitz bis Maly Trostinez endet. Acht Jahrzehnte später bangen wieder Juden um ihr Leben, als ein offensichtlich rechtsextremer Täter versucht, am höchsten jüdischen Feiertag, dem Versöhnungsfest Jom Kippur, die Synagoge in Halle an der Saale zu stürmen. Zwei Menschen, die zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort sind, sterben. Schon vor diesem Anschlag wurde vermehrt von Angriffen auf Juden berichtet. Dies zeigt: Es scheint wichtiger denn je, an das die deutsche Kulturgeschichte bereichernde jüdische Leben zu erinnern. Siegburg hatte bis vor 80 Jahren eine aktive jüdische Gemeinde. An diese erinnert der Rundgang mit Bertrand Stern, den dieser am Samstag, 9. November, anbietet. Nach dem Einführungsvortrag im Stadtmuseum führt er die Teilnehmer über Holzgasse, wo sich einst die Synagoge und das Ritualbad ("Mikwe") befanden, und Kaiserstraße zum jüdischen Friedhof. Unterwegs stellt Stern verschiedene ehemalige jüdische Bewohner Siegburgs und ihr Schicksal vor. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr am Stadtmuseum, die Führung endet gegen 17 Uhr auf dem Jüdischen Friedhof. Männliche Teilnehmer werden gebeten, beim Besuch der Begräbnisstätte eine Kopfbedeckung aufzusetzen. Anmeldungen nimmt die Tourist Information unter der Rufnummer 02241/1027533 oder per E-Mail an stadtfuehrung@siegburg.de entgegen, die Teilnahmegebühr beträgt sechs Euro, Kinder zahlen die Hälfte.


10.10.2019 - Fuehrung-Stern

Führung - Bertrand Stern