27.05.2011

Weltenbummler in Schlaghosen

Kosmopolitische Wandergesellen im Rathaus

Siegburg. Wenn sie einen oder mehrere Männer mit Hut, Weste und Schlaghose in der Stadt sehen und einen Moment Zeit haben - unbedingt ansprechen!

Es sind die außergewöhnlichen Geschichten des Lebens, die Wandergesellen zu erzählen haben. So wie der Schwabe Thilo (Foto rechts), 26, Zimmermann, mittlerweile drei Jahre auf großer Tour. Ende der Reise offen, er will noch viel erleben. Wir wollen wissen: Wo sind die Menschen in Deutschland am freundlichsten? Karnevalistisches Rheinland, sonniges Südbaden? Denkste" "Im hessischen Vogelsberg, die haben da eine sehr aufgeschlossene Natur." Aufregendstes Erlebnis? "Sandboarding in den namibischen Wüstendünen. Natürlich in voller Montur." Ein deutscher Wandergeselle bei 40 Grad mit schwarzer Cordhose und Surfbrett im afrikanischen Sand. Wenn Sie jetzt denken, abgedrehter geht's nimmer. Es geht! "Plötzlich hielt ein VW-Käfer auf einer staubigen Straße neben mir und eine Frau lud mich auf Deutsch zum Essen ein." Auflösung: Namibia war mal deutsche Kolonie. Nomadisierende Handwerker kannte man, wenn nicht aus der Praxis, so doch aus Büchern und Filmen. Auch Karl, 21, aus der Westpfalz (Foto Mitte) hat sich der Wanderschaft verschrieben, jedoch erst vor 12 Tagen. Wie Thilo gehört er dem "Rolandschacht" an, einer handwerkübergreifenden Bruderschaft aus dem 19. Jahrhundert. Im Rolandschacht hält man zusammen, deswegen hat Thilo Karl abgeholt. Sehr zur Beruhigung der Frau Mama. Zusammen mit Steinmetz Sebastian (Foto links) den Dritten im Bunde und auch ein "Rolandschachter", geht es jetzt erst nach Köln, dann nach Freiburg zum internationalen Steinmetztreffen. Per Anhalter, der Zug ist tabu. Ebenso wie das Betreten des Bannkreises. "Ein Radius von 60 Kilometer rund um den Heimatort darf während der drei Wanderjahre nicht betreten werden", erklärt Thilo. Daheim ist ja auch langweilig. In der Ferne lockt das Abenteuer... Foto: Sebastian, Karl und Thilo schauten im Rathaus vorbei.


Wandergesellen
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