06.08.2012

Süßholz und Orangen

Museum blickt auf Stück Siegburger Geschichte zurück

Siegburg. Über 150 Besucher, darunter zahlreiche ehemalige Kunden, kamen am Sonntagmorgen zur Ausstellungseröffnung "Salvador Casellas Spanischer Garten" ins Stadtmuseum.

"Die Firmengeschichte der Dynastie Casellas ist ein Stück Siegburg und ein Beispiel für eine gelungene europäische Integration" sagte Bürgermeister Franz Huhn bei der Begrüßung. Antonio Casellas, Sohn von Ramon Casellas, hatte zahlreiche Gegenstände aus dem ehemaligen Geschäftsinventar zusammen getragen und den "Spanischen Garten" mit Theke, Weinbottichen, Registrierkasse, Kartoffelsackwaage, Süßholz und Orangen, historischen Fotos sowie einem Kinderwagen aus den 50er Jahren für Stunden aufleben lassen. Mit launigen Worten gab er Einblicke in das Geschäfts- und Familienleben seiner Verwandten, die 1915 in Siegburg erstmalig exotische Waren aus dem Süden verkauften. "Obwohl der Gründer Salvador weder schreiben noch lesen konnte, besaß er einen Führerschein", wunderte sich Antonio Casellas und zeigte Zeitungsausschnitte über einen Verkehrsunfall, den Salvador 1938 an der engsten Stelle der Kaiserstraße mit der Kleinbahn Siegburg-Zündorf, im Volksmund "Rhabarberschlitten" verursachte.
Überraschungsgast war die ehemalige Verkäuferin Anni Löbig, die über 20 Jahre der Familie täglich im Geschäft zur Seite stand. Bei Schinken, Wein und Oliven waren sich die Gäste einig, dass der "Spanische Garten" nicht nur ein Geschäft, sondern auch ein Informationsträger für eine mediterrane Lebenskultur war. Die sehenswerte Ausstellung zeigt das Stadtmuseum bis zum16. September. Foto: (Wolfgang Hübner-Stauf): Antonio und Dagmar Casellas mit Bürgermeister Franz und dem Überraschungsgast der Eröffnung, der ehemaligen Mitarbeiterin Anni Löbig.

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06.08.2012 - SpanGarten1

Bild vergrößern Antonio und Dagmar CaselLas mit Bürgermeister Franz und dem Überraschungsgast der Eröffnung, der ehemaligen Mitarbeiterin Anni Löbig