22.09.2013

Staubtrocken? Und ob!

Wollmaus aus dem Kölner Dom auf dem Weg ins Stadtmuseum

Siegburg. Wenn Sie obiger Tüteninhalt an die lästige Hausarbeit erinnert - stopp!

Vor dem Feudeln bitte diesen Text lesen! Es geht um die diesjährigen Themenwochen nach dem Tag des Friedhofs. Erneut ist es ein Gastbeitrag aus der Domstadt, der dem durchaus ungemütlichen Thema Tod die besondere Note verleiht. Vom 6. November bis zum 15. Dezember ist das Deutsche Staubarchiv aus Köln zu Gast im Siegburger Stadtmuseum. Dieses Kleinod unter den Archiven ist eine One-Man-Show. Wolfgang Stöcker führt es. Sie sehen im Bild die erste Staubprobe, die er 2004 in den Ordner heftete: eine Wollmaus aus dem Kölner Dom. Sie wird die Staubschau im Museumsfoyer anführen. Hinzu treten Proben von vielen bekannten Orten dieser Welt. Dabei ist etwa die Verbotene Stadt in Peking und die Wüstenstadt Petra in Jordanien. Auch aus dem Louvre ließ sich Stöcker beliefern. Lag der metallicfarbene Haufen unter der Mona Lisa? Ein Irrtum zu glauben, dem Künstler Stöcker stünde der Sinn ausschließlich nach Effekthascherei. Dann hätten sie ihn nicht alle porträtiert, die Redakteure der ZEIT, von Spiegel online und dem Kölner Stadtanzeiger. "Der Staub ist der Ausgangspunkt für philosophische Betrachtungen", erzählt er am Telefon. Das Objekt seiner Begierde bezeichnet er als "Kulturanarcho". Überall setzt er sich fest, und zwar nicht in der freien Natur, sondern überall dort, wo der Mensch wirkt. Stöcker: "Gleichermaßen bedeckt der Staub ein Gemälde von Rembrandt und unsere VHS-Malereien. Aber was genau bringt uns dazu, den Rembrandt seit Jahrhunderten aufwändig zu entstauben?" Antworten gibt er bestimmt gern während der Vernissage am 6. November, 19.30 Uhr, im Stadtmuseum.


20.09.2013 - Staubarchiv

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