27.02.2013

Schwerverletzen Kardinal betreut

Zwei Siegburger Ärzte im Konklave eingemauert/1

Siegburg/Vatikan. In diesen Tagen schaut die Welt auf Rom, die Wahl des neuen Papstes steht an.

Vor knapp 65 Jahren, als Johannes XXIII. in einer historischen Entscheidung zum Stellvertreter Christi berufen wurde, waren zwei Siegburger Ärzte hautnah am Geschehen dabei. Einer, Dr. Alfred Möhlenbruch, starb vor 40 Jahren im Februar 1973 (mehr im Tag heute unten). Jochen Hildesheim, der längjährige Leiter der Rhein-Sieg Rundschau, blickt heute noch einmal auf jene Tage einer besonderen Verbindung zwischen Vatikan und Siegburg zurück:

Mehr als ein halbes Jahrhundert ist es her: Am 25. Oktober 1958 fahren zwei Siegburger Ärzte mit einem in der Katholischen Amtskirche weithin bekannten Patienten in den Damasushof des Vatikans ein. Hinter dem Ambulanzwagen des Malteser-Hilfsdienstes wird sofort das letzte offene Tor zum Konklave, der streng abgeschirmten Kardinalsversammlung bei der Papstwahl, zugemauert. Türen und Fenster sind bereits versiegelt. Rund um den Globus machen die deutschen Doktores Schlagzeilen: Dr. Alfred Möhlenbruch, Chefarzt und Chefchirurg des alten Siegburger Krankenhauses, und Dr. Norbert Zylka, Oberarzt der Chirurgischen Abteilung. Ihr prominenter Schützling, den sie schon seit zweieinhalb Monaten betreuen: der Erzbischof von Peking, Thomas Kardinal Tien (68), einer der damals 51 Purpurträger, die nach dem Tod von Pius XII. am 9. Oktober 1958 das neue Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, den späteren Konzilpapst Johannes XXIII., wählen sollen. Mit einem dreifach kompliziert gebrochenen und teilweise zerquetschten rechten Oberarm, einem Schulterblattbruch und Unterarmbrüchen sowie weiterer nicht ausgeheilter Verletzungen reist der Kardinal schwer behindert in die Ewige Stadt. Er bezieht das Zimmer 49 im Gästehaus des Vatikans. Gleich nebenan werden seine Leibärzte untergebracht, die eine komplette medizinische Ausstattung dabei haben. Der Kölner Erzbischof Joseph Kardinal Frings wohnt im Raum 51. In der Sixtinischen Kapelle bleibt der Sitz 32 von "Cardinalis Tien" während der Abstimmungen und Gottesdienste leer. Der Kranke wählt von seinem Zimmer aus. (weiter Teil 2) Foto: Dr. Möhlenbruch (Mitte, im Frack) beim Verlassen der Abtei nach dem Pontifikalamt zur 900-Jahr-Feier 1964.


27.02.2013 - Möhlenbruch

Dr. Möhlenbruch (Mitte, im Frack) beim Verlassen der Abtei nach dem Pontifikalamt zur 900-Jahr-Feier 1964