12.10.2018

Schüsse, Shisha-Brand und Sauereien

Vandalen auf Wanderweg machen Siegsteig-Manager wütend

Siegburg. Eigentlich ist es ein lauschiger Platz. Zwischen Waldrand und langsam zuwachsender Streuobstwiese lädt ein Tisch mit Bänken zur Rast ein.

Das Grün rahmt den Blick auf den Turm der ehemaligen Phrix-Werke ein. Der Wind übertönt das Rauschen der Autobahn. Nicht umsonst wählte Felix Knopp, Wegemanager des "Natursteigs Sieg", diesen Platz am Fuße des Wolsbergs als offiziellen Startpunkt des 200 Kilometer langen Wanderwegs. Doch Schatten fallen auf das Idyll. Unser Leser Manfred Balensiefen berichtete von mehreren Schäden: Dem Tisch, der von einem Brandfleck - wahrscheinlich verursacht durch eine Shisha-Pfeife - "geziert" wird, fehlt eine Latte. Die Informationstafel, die dem Wanderer den Verlauf der ersten Siegsteig-Etappe erklärt, liegt zerbrochen auf dem Boden. Zwei Löcher lassen vermuten, dass auf sie geschossen wurde! Das Windspiel ist zerstört. "Das kommt jetzt weg", sagt Knopp traurig. Immer wieder muss sich Knopp mit Vandalismus am Natursteig Sieg und den ihn ergänzenden bald 20 Erlebniswegen beschäftigen. "Stempelmatrizen werden geklaut, Wegweiser umgekippt, Markierungen mitgenommen oder übermalt, Tafeln besprüht", erzählt er. Und einmal wurde sogar ein 20 Kilometer langes Wegstück als "Alternativroute" eigenmächtig markiert. Oft muss er sich über Kaputtmacher ohne Hirn ärgern. "Der finanzielle Schaden ist nicht zu beziffern. Vieles reparieren unsere freiwilligen Helfer, die Mitarbeiter der Bauhöfe und ich in Eigenregie. Oft wird improvisiert." Anzeigenerstattung und Ermittlung der Delinquenten? Schwierig. "Der Polizei fehlen verständlicherweise die Kapazitäten, um gegen jede Sachbeschädigung vorzugehen. Jede Anzeige bindet einen Polizisten aber für mehrere Stunden an seinen Schreibtisch." Der Rastplatz am Fuße des Wolsbergs sei am häufigsten betroffen, erzählt Kopp. "Und auch am Parkplatz Siegelsknippen haben wir es immer wieder mit Sachbeschädigungen unterschiedlichster Art zu tun." Ganz aktuell wurde dort ein Emailleschild mit einem Spitzhammer traktiert. Im Krabach- und Ravensteiner Bachtal in Hennef werden immer wieder Logos überpinselt, am Siegwasserfall in Windeck die Informationstafeln mit Graffitis beschmiert. Und auch die durch Städte führenden Streckenabschnitte sind sehr wartungsintensiv. Der Zuweg vom Bahnhof zum Wolsberg muss mindestens einmal im Jahr neu ausgewiesen werden. Geklebte Markierungen werden abgepiddelt, gut sichtbare Zeichen verschwinden unter Vandalenfarbe. Und manchmal wird beim Anbringen eines neuen Verkehrsschildes an einen Laternenmast einfach nicht darauf geachtet, dass sich genau dort eine Siegsteig-Markierung findet. "Nicht immer ist reiner Zerstörungswille die Ursache", ergänzt Knopp. So erzählt er von einem Jäger an der Wahnbachtalsperre, der die Markierungen des damals noch jungen Talsperrenwegs immer wieder übersprühte. Er wollte keine Wanderer in seinem Jagdrevier haben, damit das Wild nicht gestört wird. Knopp sprach mit ihm: "Die Besucher kommen sowieso, weil sie um die Talsperre wandern wollen. Ohne Markierung läuft jeder, wie er möchte. Wir kanalisieren diese Besucherströme." Heute weiß Knopp den Jäger auf seiner Seite. Er freut sich über jeden Spaziergänger und Wanderer, der ihm die Schäden meldet. Dies geht per E-Mail an info@naturregion-sieg.de oder über das Kontaktformular im Internet. Weitere Informationen zum Natursteig auf ww.naturregion-sieg.de. Dorthin über den Link.


12.10.2018 - Felix Knopp

Felix Knopp  

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