15.12.2012

Oktopus gesichert

Bürgermeister dankt den Fraktionen für konstruktive Mitarbeit

Siegburg. Das Freizeitbad Oktopus wird wieder unter städtische Führung genommen.

Sowohl der Stadtrat als auch der direkt im Anschluss tagende Verwaltungsrat haben am Donnerstag Abend einstimmig beschlossen, dass die Stadtbetriebe AöR, ein hundertprozentiges städtisches Tochterunternehmen, den Badbetrieb führen werden.
Zur Historie: Vor fünf Jahren hatte die Firma s.a.b., am Bodensee ansässig, das Wettbewerbsverfahren für das Oktopus gewonnen und damit eine Schließung des Bades verhindert. Das Oktopus wies einen jährlichen Verlust von rd. 1,5 Millionen Euro, Tendenz steigend, aus. Gleichzeitig galt es, einen Investitionsstau von bis zu 8 Millionen Euro zu bewältigen. Das war seinerzeit aus eigenen Mitteln nicht zu stemmen. Das Projekt wurde damals mit dem "Innovationspreis PPP 2010" ausgezeichnet. Die s.a.b. erhielt ab Juni 2008 eine Dienstleistungskonzession sowie ein Erbbaurecht und übernahm im Gegenzug die Anlage mit der Verpflichtung zur Unterhaltung und Sanierung. Das Schul- und Vereinsschwimmen war im bisherigen Umfang zu gewährleisten, die Eintrittspreise durften nicht erhöht werden. Dafür bekam die s.a.b. von der Stadt ein jährliches Entgelt, zahlte ihrerseits einen Erbbauzins.
Die s.a.b. hat danach die Sanierung des Bades sowie die Errichtung des Hotels und des attraktiven Tauchturms durch eine sogenannte "Forfaitierung" des Nutzungsentgelts bestritten. Eine solche Finanzierung ist für PPP-Modelle in ministeriellen Leitfäden des Landes vorgesehen. Gerade Hotel und Tauchturm haben sich vom ersten Tag an zur Erfolgsstory entwickelt. Beide Betreiber haben langfristige Pachtverträge. Für die Stadt bedeutete die Erteilung der Dienstleistungskonzession an die s.a.b. nahezu eine Halbierung ihrer bisherigen finanziellen Belastungen. Siegburg erfuhr durch das s.a.b.- Konzept Oktopus große Aufmerksamkeit, was die Zahl der Besucher erhöhte. Im vergangenen April jedoch legte die s.a.b. dar, dass ein wirtschaftlicher Betrieb des Bades aufgrund verschiedener Umstände bislang nicht erreicht werden konnte und bei unveränderter Vertragsfortführung auch nicht zu erreichen sei. Angeführt wurden hier neben den Kostensteigerungen im Energiebereich sowie höheren Gebühren und Steuern auch witterungsbedingte Einnahmeausfälle in den Sommermonaten. Schon alleine wegen dieser Faktoren entstand der s.a.b. jährlich ein nennenswertes Defizit. Ohne zusätzliche Gelder der Stadt erschien die dauerhafte Öffnung des Bades daher erneut gefährdet. Stadt und s.a.b. sind daher einvernehmlich zu dem Ergebnis gekommen, dass der operative Badbetrieb durch die Stadtbetriebe Siegburg AöR übernommen werden soll. Dabei sollen grundsätzlich alle bisherigen Angebote und Dienstleistungen beibehalten werden, die Badmitarbeiter werden in die Stadtbetriebe übernommen. Die Fachleute der s.a.b. werden sich gleichzeitig strategisch neu ausrichten und Siegburg mit Rat und Tat, Ideen und Konzepten beratend zur Seite stehen. Es ist beabsichtigt, Wolfram Wäscher, der "geistige Vater" des Oktopus heutiger Prägung und "Motor der Entwicklung", in den Beirat zu berufen, damit er dort auch persönlich den Fortgang seiner Konzepte zu begleiten vermag. Der Betrieb des Oktopus und all seiner Einrichtungen geht übergangslos am 1. März 2013 auf die Stadtbetriebe Siegburg AöR über. Die Stadt und ihre Unternehmen kalkulieren mit einem anfänglichen Defizit von rd. 1,8 Millionen Euro, darin sind die von s.a.b. ausgeführten Investitionskosten (Forfaitierung) für Sanierung- und Erweiterung und der operative Betriebsverlust enthalten. Die getroffenen Maßnahmen erhalten nunmehr der Stadt ein attraktives und vollständig saniertes Freizeitbad mit zivilen Eintrittpreisen, in dem Vereine und Schüler kostenfrei schwimmen können. Dazu das hochfrequentierte Hotel mit 110 Betten und den europaweit bekannten Tauchturm, der Gäste von nah und fern anzieht. Rund 100 Arbeitsplätze werden gesichert, das Defizit ist den Konzernhaushalten berücksichtigt. Bürgermeister Franz Huhn erklärte: "Ich freue mich sehr darüber, dass in schwieriger Lage alle Fraktionen im Rat einvernehmlich und mit hohem konstruktiven Sachverstand die Lösung geschaffen haben."


15.12.2012 - Oktopus

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