10.05.2019

Kurze Geschichte der Straße "Haufeld"

Vom Korn geprägt, von Flüchtlingen bewohnt, vom Masterplan berührt

Siegburg. Trainer, moderne jedenfalls, haben einen Matchplan. Siegburg verfolgt für das Haufeld einen Masterplan.

Was das ist, wird auf www.siegburg.de beschrieben: "Ein Masterplan ist ein städtebaulicher Begriff für die Planung eines bestimmten räumlichen Bereiches und wird häufig von Kommunen genutzt, um für einen größeren gekennzeichneten Bereich eine gesamtheitliche, städtebauliche Planung vorzusehen." Der nachstehende Link hilft bei der Vertiefung. Das Haufeld macht aktuell als Plangebiet von sich reden. Aber woher stammt der Name? Gert Chlupaty, der selbst im Haufeld wohnt, will das wissen. Wir klären in unserer Reihe zur Herkunft der Straßennamen gerne auf. Die Straßentaufe erfolgte einst nach der Flurbezeichnung "Hauhof", was so viel heißt wie "Hof im Wald". Der Hauhof wurde um 1830 abgerissen. Professor Rudolf Heinekamp, der Doyen der Siegburger Geschichtsschreibung, erwähnt in "Siegburgs Vergangenheit und Gegenwart" den Hauhof im Zusammenhang mit dem Truchsessischen Krieg in den 1580er Jahren. Der Konflikt habe den Hof "zwei Rinder" gekostet. Weiterhin zahlte der Hauhof im Jahre 1597 fünf Mark "Türkensteuer" zum Zurückdrängen der Truppen des Sultans an der Ostgrenze des Reichs. Ab 1904 wurde es hochprozentig. Die Firma Richarz verlegte ihre Dampfbrennerei und Liqueur-Fabrik von der Wilhelmstraße 23 auf das neue erworbene Grundstück im Haufeld. Eine - wenn man so will - Schnapsidee, die den Beginn einer mehr als 70-jährigen Spirituosenära einläutete. Am 4. August 1978 titelt der Rhein-Sieg-Anzeiger: "Kaminfäller leisteten Maßarbeit". Mit dem Ende des letzten Betriebes, der am Standort Geistreiches herstellte, folgte der 25 Meter hohe Schornstein krachend der Erdanziehungskraft. Heute ist in dem Ensemble Haufeld 2a ein Restaurant, eine Weinhandlung und der "Denkraum" der Humperdinck-Apotheke beheimatet, in dem man heiraten kann. Ebenfalls historisch signifikant: Die Flüchtlingsunterbringung im Haufeld 22, in der ehemaligen Hauptschule Innere Stadt, nach der großen Flüchtlingswelle 2015. Inzwischen wird die Schule als Vereinshaus, als Kita und für die Tagespflege genutzt.


10.05.2019 - Haufeld

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