19.07.2013

"Königsetappe" als Hänger

Radweg nach Lohmar und die Tücken des Vergaberechts

Siegburg. Bau des Radweges auf der Trasse der ehemaligen Lohmarer Bahn: Obwohl die beauftragte Firma heute fertig werden sollte, steht die "Königsetappe" noch aus.

Auf dem Teilstück zwischen Waldstraße und Steinbahn fehlt weiter die Asphaltdecke. Der Grund: Ein vom Hauptunternehmer aus Erkelenz für diesen Auftrag bestellter "Sub" wartet - nachvollziehbar - auf finanzielle Sicherungen, bevor er loslegt. Den Hauptunternehmer hat sich die Stadt Siegburg nicht ausgesucht, er gewann das an strikte Vorgaben gebundene Ausschreibungsverfahren. Und wenn das Land wie in diesem Fall des Radweges nach Lohmar noch Fördergelder beischießt, weil im Programm "Alleenradwege auf stillgelegten Bahnstrecken" der Asphaltverbau verpflichtend vorgeschrieben ist, sind die Formalien ganz besonders hoch. Und so darf die Stadt auch nicht eingreifen und etwa den Nachunternehmer selber beauftragen und bezahlen. Das verstößt gegen die Ausschreibungsvorschriften. Verbotenes "Doping" auf der Königsetappe sozusagen. Jetzt wird es - leider - mühsam und ganz formal: Die Stadt hat kein Vertragsverhältnis mit dem Nachunternehmer und darf nicht selber einspringen. Vielmehr muss sie dem Hauptunternehmer eine Nachfrist setzen. Kriegt der den Asphalt nicht auf die Strecke, wird gekündigt. Dann müssen die Belagarbeiten gesondert ausgeschrieben und ein neuer Unternehmer beauftragt werden. Viel Spannung also noch auf der Königsetappe. Stadt, Radler und Spaziergänger sind derweil zum Zuschauen verurteilt.


19.07.2013 - Radweg

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