16.04.2017

Grundig "Zauberspiegel" fürs Museum

Sah der Besitzer hier die WM-Pleite 1958?

Siegburg. In Deutschland war man empört! Am 24. Juni 1958 trafen Deutschland und Gastgeber Schweden im Halbfinale der Fußball-WM aufeinander.

Vorher gab es eine Kampagne der schwedischen Presse gegen die deutschen "Panzer" und "Kriegsfußballer". Das Spiel wurde kurzfristig von Stockholm nach Göteborg verlegt, wo kaum deutsche Zuschauer Einlass fanden, dafür aber bezahlte Einpeitscher mit Megaphonen Stimmung machten. Vier Jahre nach dem Triumph von Bern setzte die FIFA einen Ungarn als Schiedsrichter ein, entsprechend "neutral" war die Leitung. Nur Juskowiak flog vom Platz, obwohl der schwedische Gegenspieler selbst ordentlich zugetreten hatte. Und Fritz Walter wurde aus dem Spiel getreten. Wohlgemerkt: Das Auswechseln war noch nicht erfunden und der deutsche Kapitän humpelte lange Zeit über den Platz. Das Spiel endete 3:1 für das Dreikronenteam aus dem Norden. Ob die Neuerwerbung für unsere Museumssammlung eigens für die WM in Schweden gekauft wurde? Wir wissen es nicht. Aber wahrscheinlich ist es schon! Jedenfalls sieht das innere Auge den stolzen Besitzer mit Familie und Nachbarschaft vor seinem nagelneuen Grundig-Fernseher sitzen. Der Preis von 1.258 DM entsprach dem Mehrfachen eines Durchschnittslohns. Und man ahnt die Verzweiflung des Besitzers, als er nach der WM-Pleite vor Wut kochte. Zum Glück ließ er den Zorn nicht an der Neuanschaffung aus, der "Zauberspiegel" (so der Name des Modells) hat überlebt und wanderte jetzt in unser Kulturhaus!


16.04.2017 - Fernseher

Fernseher 1958