13.01.2012
Flüssige Verbindung
Clownsorden "Villa Luise" erinnert an Gerstensaft und zechende Kellerkinder
Siegburg. Die "Villa Luise" hat es ihnen angetan. Die Siegburger Clowns haben die Luisenstraße 88 auf ihrem Sessionsorden verewigt.
Es gibt eine flüssige Verbindung zwischen der zweigeschossigen Villa mit Mansardengeschoss und König Karneval. Erbaut hat das imposante Domizil nämlich der Brauer Josef Breuer. Im Jahre 1893 ließ er es neben seiner Brauerei errichten. Einen Ruf als Ort der guten Laune hatte der Breuersche Bierkeller im Untergeschoss des großbürgerlichen Gebäudes. Zu gegebenen Anlässen ging es dort hoch her. Kein Wunder, schließlich war für alkoholhaltigen Nachschub stets gesorgt. Die Zecher aus dem Keller erlebten die Übernahme von Breuer durch die Sieg-Rheinische-Germania-Brauerei-AG in den frühen 1920er Jahren. Es bleib bei der Gerstensaftherstellung, allerdings ohne spezifische Siegburger Note. Das Bier von der Luisenstraße schmeckte so wie das in Wissen und Hersel, den anderen Standorten der Aktiengesellschaft. Die Villa überdauerte die Germania. Seit 1986 steht sie unter Denkmalschutz, schützenswert sind insbesondere der "Wechsel von rotem Klinker und rustizierender Eckquaderung", die "turmartige Überhöhung des Eingangsvorbaus" und die "aufwendigen Zinkprägearbeiten am verschieferten Dachkörper". Wissenswertes aus der Welt des Hopfens tragen Dr. Claudia Arndt und Claudia Hess vom Kreisarchiv am 29. November 2012, 18.30 Uhr, im Stadtmuseum vor. Sie berichten im Rahmen der Museumsgespräche von der "Siegburger Braukunst".


