07.12.2018

Ehefrau entkam dem Terror

Die traurige Geschichte des Eduard Feith

Siegburg. Er hielt im Ersten Weltkrieg drei Jahre die Knochen hin für Kaiser und Vaterland, führte in dritter Generation das "Manufaktur- und Konfektionsgeschäft A. Feith" in der Holzgasse 27:

Vor dem kombinierten Wohn- und Geschäftshaus liegt seit Montag ein Stolperstein, der an den Händler Eduard Feith erinnert. Feith heiratete im Mai 1928, da ist er 32 Jahre alt, Emma Hochstädter aus dem pfälzischen Lampertheim. In der Reichspogromnacht kommt er in Haft, vom 15. November 1938 bis Ende Februar 1939 wird er in Dachau festgehalten. Auf Druck der Häscher gibt er sein Geschäft auf. Was dann kommt, ist nur in groben Zügen bekannt. Seine Frau wandert im Juli 1939 nach Mansfield in Großbritannien aus, sie überlebt den Holocaust, ist 1965 in London ansässig. Eduard Feith muss 1941 ins Judenhaus in Brandstraße 44 umsiedeln. Er wird zu Erdarbeiten in der Hangelarer Heide herangezogen. Ihn ereilt dasselbe Schicksal wie die gestern vorgestellte Familie Cohn. Abtransport zur Deutzer Messe im Juli 1942, im Güterwaggon mit mehr als 1.000 Leidensgenossen wird er von dort nach Minsk verfrachtet und nur zehn Kilometer entfernt, im Wald bei Blagowtschina, ermordet.


07.12.2018 - Stolperstein-Feith-Nelke

Stolperstein Feith