10.09.2019

Deutsche Philatelisten 2021 in Siegburg

Zackige Propaganda, rollender Kinderspaß und große Jahrestagung

Siegburg. Wie sah die Briefmarke im Dritten Reich aus?

Natürlich so, wie sie die Propaganda haben wollte. "Auch die Briefmarke kündet des Führers Werk", posaunt die deutsche Postzeitung am 16. April 1939, pünktlich zu Führers Geburtstag. Motivisch sind wir schnell im Bild: Blonde, starke Frauen, blonde, noch stärkere Männer, dazu die großen Geister, eingespannt ins Netz der Doktrin. Schiller, Bach, Händel, Gottlieb Daimler und Carl Benz. Sie konnten sich nicht mehr wehren. Über Philatelie im Dritten Reich berichtet Rüdiger Krenkel, der Vorsitzende der Siegburger Briefmarkenfreunde, im neuesten "Phila-Report", der Vereinszeitschrift der hiesigen Jäger und Sammler der gezackten Postwertzeichen. Die haben viel vor. Teilnahme am Kinder- und Jugendfest (29. September) auf dem Markt mit Eisenbahn, Briefmarkenpuzzle und Glücksrad. Am gleichen Wochenende geht es mit einer Delegation nach Bensheim an die südhessische Bergstraße zum deutschen Philatelistentag. Die nationalen Treffen finden alle zwei Jahre statt. Laut Krenkel sind sie "ein Wirtschaftsfaktor für das Hotel- und Gaststättengewerbe" der ausrichtenden Städte, bei den Anreisenden aus der ganzen Republik handele es sich um einen "kapitalkräftigen Personenkreis". Während die Experten fachsimpeln, ist für die Gattinnen ein umfangreiches Begleitprogramm vorgesehen. Das Gros der Briefmarkensammler ist männlich. Der Philatelistentag 2019 ist für die Siegburger deshalb von Relevanz, weil sie den Staffelstab übernehmen. In 24 Monaten kommt die Community im dann nagelneuen Rhein Sieg Forum zusammen - zum 117. deutschen Philatelistentag vom 23. bis 26. September 2021. Foto: Briefmarken zum fünften Jahrestag der "Machtergreifung" 1938.


10.09.2019 - Briefmarken