09.08.2017

Aalretter bei der Arbeit

Fischschützer scheuen Mühen der Wiederansiedlung nicht

Siegburg. Dem europäischen Aal wird nachgesagt, dass er unvermittelt aus der Pfanne springt.

Ob nun Anglerlatein oder Hausfrauenweisheit - der schlangenartige Fisch ist ein zäher Bursche, was sein Satz vom Herd eindrucksvoll unterstreicht. Eigentlich. Bedingt durch Parasiten und schädliche Einflüsse unserer Industriegesellschaft, durch gefräßige Turbinen und Kormorane ging die Anzahl der Aale in Rhein und Sieg vor Jahren stark zurück. Kaum ein Kiementier schaffte mehr den weiten Weg zur Sargasso See, das ist der Bereich des Atlantiks östlich von Florida. Dort müssen alle europäischen Aale hin, um sich fortzupflanzen. Die Nachkommen, die als winzige Glasaale früher in unvorstellbaren Massen an unseren Küsten ankamen und den Heimatgewässern ihrer Eltern entgegenschwammen, bleiben inzwischen zu mehr als 90 Prozent aus. Die Europäische Kommission hat reagiert und den Speiseaalexport nach Asien untersagt. Sie hat den Mitgliedsstaaten aufgegeben, Schutz- beziehungsweise Rettungsmaßnahmen zu ergreifen. In NRW werden deshalb vermehrt Jungaale auf Staatskosten in die Flüsse eingesetzt. Der Fischschutzverein Siegburg allein entsendet Jahr für Jahr zusätzlich zu dem staatlichen Hilfsprogramm für rund 3.000 Euro Jungtiere in die Sieg. Unser aktuelles Foto zeigt die Aktion der Fischschützer, bei der 6.000 der 10 bis 20 Zentimeter kleinen Aale in den Fluss eingesetzt werden. Dieser sogenannte "Besatzvorgang" ist sehr zeitraubend, denn geeignete Lebensräume müssen gesucht werden. Das sind Uferbereiche mit groben Steinen, in deren Lücken die Winzlinge gute Versteckmöglichkeiten finden, wollen sie nicht gleich Opfer der Barsche, Döbel, Forellen oder anderer Fressfeinde werden. Auch die Mitarbeiter des Wanderfischprogramms NRW sind in diesen Tagen unterwegs. Rund 270.000 Brütlinge des Atlantischen Lachses, allesamt Nachkommen von Sieglachsen, werden in die Freiheit entlassen. Diese Jungfische sind zuvor im Wildlachszentrum Rhein-Sieg in Siegelsknippen auch aus den Eiern heimgekehrter Sieglachse erbrütet worden. Weiteres dazu finden Sie über den Link.


09.08.2017 - Fischschutzverein

Aktion der Fischschützer  

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