19.09.2019

Ein Abend im Zeichen der Freundschaft

Deutsch-schwedisches Konzert begeistert in der Rhein-Sieg-Halle

Siegburg. "Durch das Musizieren entstehen Freundschaften, im Kleinen wie im Großen",

empfing die stellvertretende Bürgermeisterin Susanne Haase-Mühlbauer Publikum und Künstler am Dienstagabend in der leider nicht ganz ausverkauften, dafür aber mit internationalem Publikum gefüllten Rhein-Sieg-Halle. So freute sich ein aus Schweden angereister Gast an der Abendkasse auf die folgenden zweieinhalb Stunden, Haase-Mühlbauer begrüßte eine 40-köpgige Delegation aus den Niederlanden. Zum Gemeinschaftskonzert empfing das Musikkorps der Bundeswehr, zu dem der in Siegburg stationierte Klangkörper zum zweiten Mal eine befreundete Militärkapelle aus dem Ausland einlud, das schwedische Arméns musikkår (Foto). Nach dem von skandinavischen und deutschen Musikern gespielten "Passacaglia" aus Lars Erik Larssons Oper "Prinsessan av Cypern" gestalteten die Gäste aus dem Norden die erste Hälfte des Konzertabends. Neben dem Vorspiel aus Richard Wagners "Meistersinger von Nürnberg" nutzte Musikdirektor Andreas Hanson die Chance, dem deutschen Publikum Werke wenig bekannter schwedischer Komponisten zu präsentieren: John Fernström, der, so Hanson, "zu einer Zeit mit großem deutschem Einfluss auf die schwedische Musik einen eigenen schwedischen Still entwickelte", Wilhelm Stenhammar, "stark beeinflusst von seinen Freunden Jean Sibelius aus Finnland und Carl Nielsen aus Dänemark, dadurch aber ein wenig in den Hintergrund geraten", sowie Hilding Rosenberg, "der in Nordeuropa als ein ganz großer Orchesterkomponist des 20. Jahrhunderts gilt, außerhalb Skandinaviens jedoch nahezu unbekannt ist". Langanhaltenden Applaus erntete Hauptfeldwebel Kristian Möller für seine virtuosen Soli in Fernströms "Allegro moderato - Rondo" aus dem "Klarinettenkonzert op. 30". Deutlich schwungvoller gestaltete Oberstleutnant Christoph Scheibling die zweite Hälfte des Abends. Als Reminiszenz "an unsere schwedischen Freunde" spielte das Musikkorps Magnus Hylanders "Follow the Wind", in dem Hauptfeldwebel Daniel Ridder an der Tuba brillieren durfte. International präsentierte sich der Klangkörper mit Percy Aldrigde Graingers "Molly on the Shore" (Irland) und Stephen Melillos "Forever Strong" (USA), der Musik zum Film "Cutthroat Island" ("Die Piratenbraut") sowie der "Bohemian Rhapsody" der britischen Rockband Queen. Zum Finale mischten sich die beiden Orchester erneut. Nun durfte auch der schwedische Musikexportschlager schlechthin, ABBA, nicht mehr fehlen: Mit einem schwungvollen Medley huldigten die Militärbands der erfolgreichsten Popband Skandinaviens. Mit den letzten Tönen der Ballade "Thank You For The Music" endete der offizielle Teil des Abends. Bevor sich die Orchester mit den Nationalhymnen "Du gamla, du fria" und "Einigkeit und Recht und Freiheit" endgültig vom Publikum verabschiedeten, überreichten sich die Leiter die jeweiligen Wappen als "Zeichen unserer Freundschaft", wie es Hanson ausdrückte - das deutsche, so scherzte Scheibling, "natürlich in einem Rahmen von IKEA".


19.09.2019 - RSH-Gemeinschaftskonzert

Arméns musikkår