22.01.2018

Die 20 Engel des Meisters

Hier begutachtet Markus Lüpertz seinen Michelangelo-Zyklus

Siegburg. Markus Lüpertz, versunken in sein graphisches Werk. Wolfgang Hübner-Stauf nahm den kontemplativen Augenblick auf.

Der 76-jährige Malerfürst erschien gestern zur Eröffnung der Ausstellungen seines Werks im Katholisch-Sozialen Institut und im Stadtmuseum, wo dieses Bild entstand. Er reiste mit dem ICE aus Basel an. In der Schweiz hatte er die Werkschau seines Freundes Georg Baselitz zu dessen 80. Geburtstag in Augenschein genommen. Der Professor überzeugte rhetorisch im Experten-Dialog mit Generalvikar Dr. Dominik Meiering, legte in knappen, gut verständlichen Worten seine Positionen zu Kunst, Kirche und Ästhetik dar. Er brillierte energiegeladen mit seiner Free-Jazz-Band am Flügel, wofür er die auffälligen Ringe, die als Markenzeichen die Schaffensfinger schmücken, beiseitelegte. Er gefiel auch poetisch bei der abschließenden Lesung eigener Gedichte im Museum, dessen Wechselausstellungsräume dem "Meister", wie er sich von seinen Schülern nennen lässt, sehr zusagten. Das Publikum erlebte einen würdevoll-eleganten, konzentrierten, positiv gestimmten Star der Kunst, der trotz Weltbekanntheit aufgeschlossen auf die ihn Empfangenden zutrat. Bis zum 4. März sind die Ausstellungen im KSI und im Stadtmuseum zu begutachten. Foto: Lüpertz vor dem Werkzyklus "Michael Engel" (2017), bestehend aus 20 Lithographien nach den Figuren Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle. Näheres zu den Ausstellungen über den Link.


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22.01.2018 - Luepertz-1

Ausstellung Lüpertz