11.10.2018

Der Hyperinflation auf der Spur

Lotta Würker: FSJlerin im Stadtmuseum

Siegburg. "Das Geld wurde morgens ausgezahlt und möglichst direkt ausgegeben. Denn es konnte abends schon wieder einen großen Teil seines Wertes eingebüßt haben."

18 Jahre ist sie jung, doch dieses Kapitel deutscher Geschichte fasziniert sie spürbar. Lotta Würker absolviert seit dem 1. September ein Freiwilliges Kulturelles Jahr - eine Form des Freiwilligen Sozialen Jahrs - im Stadtmuseum. "Die Hyperinflation der Jahre 1914 bis 1923 in Siegburg zu dokumentieren, ist das erste Projekt, das wir ihr an die Hand gegeben haben", erläutert Museumsdirektorin Dr. Gundula Caspary. "Das Ergebnis werden wir in einer kleinen Ausstellung präsentieren." Würker hat sich in das Thema eingearbeitet, liest Zeitungsartikel aus den 1920er Jahren, dokumentiert den Verfall der Währung ("Am 11. November 1923 kostete ein Pfund Graubrot noch 300 Millionen Reichsmark, am 24. November waren es schon 1,2 Milliarden"), begutachtet die ausgegebenen Notgeldscheine und ausgehängte Bekanntmachungen. Sie ist allein verantwortlich für die handwerkliche, konzeptionelle und sprachliche Umsetzung des Projekts. Eine große Chance für die Abiturientin aus Niederkassel. Doch nicht nur. Caspary betont, dass das Freiwillige Soziale Jahr auch eine große Chance für das Stadtmuseum sei. "So bekommen wir junge Leute in unser Haus, die noch nicht durch ein Studium vorgeprägt sind. Und so können neue Ideen eingebracht und Impulse für nachhaltige Projekte gegeben werden", erläutert sie und ist überzeugt: "Lotta wird nicht unsere einzige FSJlerin bleiben!" Fast überrascht zeigt sie sich, dass sie bei einer Einführungsveranstaltung der Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit Bildung Kultur NRW e.V. gemeinsam mit Würker die Sparte der Museen alleine vertrat. "Vielleicht nehmen wir auf diesem Feld eine Vorreiterrolle ein?", fragt sie sich seitdem. "Oder waren die anderen Museen nur nicht anwesend?" Würker ist noch ganz mit ihrem Einsteigerprojekt beschäftigt. Ideen, welches "große Projekt" sie danach angehen möchte, hat sie noch nicht. Ihre Ausstellung "Mark - Rentenmark - Reichsmark" wird vom 30. Oktober bis zum 25. November im Museumsschaufenster zu sehen sein. Wer Interesse hat, Lotta Würker im Jahr 2019 zu folgen, erhält über die Internetseite des Landesträgers alle weiteren Informationen. Dorthin über den Link.


11.10.2018 - Lotta Wuerker

Lotta Würker  

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