05.11.2018

Bücher fürs Leben und aus dem Doofregal

Denis Scheck eröffnet Siegburger Literaturwochen

Siegburg. "Ich werde Ihnen nicht wie vorgesehen 20 Romane vorstellen, die man braucht, um durchs Leben zu kommen."

Die Ankündigung von Denis Scheck zur offiziellen Eröffnung der Literaturwochen am Freitag, 2. November, im Stadtmuseum war für viele Zuhörer eine Überraschung. "Aber ich werde Ihnen 20 Bücher präsentieren, mit denen man zumindest die letzten zwölf Monate durchs Leben kam. Und ich habe für Sie in mein Doofregal gegriffen. Das sind Bücher, vor denen ich Sie warnen muss." Mit dem "Doofregal" - hierbei handelte es sich fast ausschließlich um Autobiografien von Schauspielern, Sportlern, Musikern und Politikern, die es in die deutschen Bestsellerlisten geschafft haben - steigt Scheck, der vor allem durch seine in der ARD ausgestrahlten Sendung "Druckfrisch" bekannt ist, in den Abend ein. So nutzt er die Gelegenheit, um mit einem Vorurteil aufzuräumen: "Viele Menschen glauben, dass auf einer Bestsellerliste die besten Bücher stehen. Das ist ein Irrglaube! Machen wir einen Vergleich: Die meistverkaufte Speise in Deutschland ist irgendwas an der Autobahnraststätte." Humorvoll-direkt führte er durchs Programm. Zu Schecks 20 Favoriten zählen "Heimat" von Nora Krug ("Eine wunderbare Einladung, um etwas über deutsche Geschichte zu erfahren"), "Schwere Knochen" von David Schjalko ("Ein Buch, das endgültig aufräumt mit dem Mythos von Österreich als erstem Opfer"), "Patria" von Fernando Aramburo ("Der große europäische Roman, auf den wir gewartet haben"), "Tyll" von Daniel Kehlmann ("Das Allerbeste aus Deutschland") sowie "Der Spaß an der Sache" von David Foster Wallace ("Das Allerbeste überhaupt"). Schlussendlich, nach der Vorstellung seiner persönlichen Favoriten, die von Poesie über Sachbuch bis hin zu Krimis und Romanen reichen, rät er dem Publikum: "Auch wir Literaturkritiker können Ihnen lediglich den einen oder anderen Hinweis geben. Schulen Sie also Ihre eigene literarische Intelligenz!" Das Foto des mit großer Gestik vortragenden Kritikers machte Wolfgang Hübner-Stauf.


05.11.2018 - Denis Scheck-Huebner-Stauf

Denis Scheck von W. Huebner-Stauf