01.03.2018

WhatsApp und Schule

Ein ganz weites Feld - wir haben uns umgehört

Siegburg. Einen reifen Umgang mit dem Messenger-Marktführer bekamen die Fünftklässler der Siegburger Gesamtschule beigebracht.

Warum gibt es WhatsApp-Spielregeln? Was passiert in einer Klassengruppe? Wer darf mitmachen? Welche Regeln gelten? Die Klassenleitungen und Schulsozialarbeiter Matthias Ennenbach leiten an, die Mädchen und Jungen erhalten Ein- und Ausblicke rund um Kommunikationsmöglichkeiten und Kommunikationsgefahren. Die Schule schreibt: "Ein präventives Angebot ist sinnvoller und effektiver, als im Nachhinein die Wunden zu heilen." In Klasse 7 geht die pädagogische Begleitung dann weiter. Wie sieht's an anderen Schulen aus mit der WhatsApp-Kommunikation? Wir haben uns am Anno und am Gymnasium Alleestraße umgehört, speziell nach dem Infofluss im Dreieck Schüler-Lehrer-Eltern erkundigt. Cordula Engel, Pressebeauftragte am Anno, kommuniziert mit den Eltern per E-Mail, macht wie ihre Kollegen durchaus die Erfahrung, dass die Schülermütter und -väter enttäuscht sind, wenn am Morgen noch nicht auf eine kurz vor Mitternacht abgeschickte Mail geantwortet wurde. Es sind Ausnahmen, aber sie kommen vor. Und sie zeigen, wie selbstverständlich die Pädagogen zum Teil rund um die Uhr als Dienstleister in Anspruch genommen werden. Mit ihren (älteren) Schülern aus dem Theaterkurs ist Engel in einer WhatsApp-Gruppe verbunden. Das ist praktisch, geht es doch meist um Organisatorisches, um Requisiten, Proben- oder Auftrittstermine. Schmunzeln musste sie zuletzt, als einer der Theaterschüler nachts um drei die Meldung absetzte: "Puh, endlich fertig mit dem Lernen für die Klausur." Die Klausur, die nur fünf Stunden später geschrieben wurde. Am Anno, dies sei an dieser Stelle betont, ist für Nicht-Oberstüfler das Smartphone zur Schulzeit ohnehin tabu. Margret Sagorski, zum Halbjahr in den Ruhestand getretene Chefin des Alleestraßen-Gymnasiums, hat "Bauchschmerzen", wenn sich der Austausch zwischen Lehrern und Schüler über WhatsApp verstetigt. "Ich verweise gern auf die Fronter-Plattform. Das ist ein Programm, auf dem Lernmaterial abgelegt und diskutiert werden kann. Diesen Rahmen halte ich für wesentlich sinnvoller." Foto: Ein Bild von sich mit Hundezunge und Tierohren zu verschicken ist nicht lustig, sondern "megapeinlich", um es im Fünftklässler-Sprech zu sagen.


01.03.2018 - Gesamtschule

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