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Das Bild zeigt einen heranfahrenden ICE-Zug, der neben der Abtei Michaelsberg zu sehen ist.

Kreisstadt Siegburg


Seitenansicht von Jesus am KreuzSeitenansicht von Jesus am Kreuz

Stadtrundgang durch Siegburg


Wer eine Stadt kennen lernen möchte, erkundet sie am besten zu Fuß. Siegburg mit seinem überschaubaren Stadtkern und einer Reihe nahe beieinander liegenden Sehenswürdigkeiten bietet dafür die optimalen Voraussetzungen.
Ein herrlicher und abwechslungsreicher Rundweg lässt sich auch für den ungeübten Wanderer ohne weiteres begehen.

Der zentral gelegene Marktplatz ist der ideale Ausgangspunkt für den Stadtrundgang durch Siegburg. Hier treffen Geschichte und Gegenwart, Denkmäler und Alltägliches harmonisch aufeinander: Der Besucher erlebt zum ersten Mal den Reiz der Stadt. In Siegburg ist der Marktplatz eine besondere Sehenswürdigkeit - er ist die Visitenkarte und der pulsierende Mittelpunkt der attraktiven Stadt zwischen Köln und Bonn. Die Anlage des Platzes ist noch wie im Mittelalter, als Händler und Handwerker ihre Geschäfte in der Siedlung am Fuße des Michaelsberges tätigten. Heute wird hier jeden Tag Markt gehalten. Marktbeschicker mit ihren bunten Ständen gehören ganz selbstverständlich zum Erscheinungsbild.

An diesem traditionsreichen Platz beginnt nun unser Rundgang - vorbei an den Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten der Stadt.


Beginnen Sie Ihren Rundgang auf dem Marktplatz mit dem Stadtmuseum , dem Geburtshaus von Siegburgs berühmtesten Sohn: Engelbert Humperdinck. Es wurde im 19. Jahrhundert als Lateinschule auf den Resten des mittelalterlichen Rathauses erbaut. Nebenan, im Hause Markt 45, befand sich von 1771 an fast 50 Jahre lang die Thurn- und Taxissche Poststation, deren um 1760 im Rokokostil geschnitzte Haustür besondere Beachtung verdient.
Stadtmuseum 

Vorbei an der "Schutzmantelmadonna", einer Bronzeskulptur des Düsseldorfer Bildhauers Kurt Zimmermann, kommen Sie zum ältesten profanen Steinbau des Rhein-Sieg-Kreises, dem Anfang des 13. Jahrhunderts als Pfarrhaus erbauten "Haus zum Winter".
Schutzmantelmadonna 
 
Haus zum Winter 


Dahinter liegt die St. Servatiuskirche, die wie das "Haus zum Winter" aus einheimischem Tuffgestein, dem so genannten "Wolsdorfer Brocken", erbaut wurde. Die Kirche - eine dreischiffige Emporenbasilika - stammt im Wesentlichen aus gotischer Zeit, Teile eines romanischen Vorgängerbaus haben sich am Westturm und am nördlichen Seitenschiff erhalten. St. Servatius beherbergt den ehemaligen Klosterschatz der Abtei St. Michael, einen der bedeutendsten romanischen Kirchenschätze.

Zurück auf dem Marktplatz, sehen Sie rechts eine Nachbildung des mittelalterlichen Schandpfahls. Das Original befindet sich im Stadtmuseum. An diesem, "Käx" genannten, Pranger wurden Öffentlichkeitsstrafen, etwa ungehöriges Lärmen, Wäschewaschen am Sonntag und ähnliches abgebüßt.
Schandpfahl 

 
Der obere Teil des Marktplatzes wird vom Kriegerdenkmal beherrscht, das zum Gedenken an die in den Kriegen 1866 und 1870/71 gefallenen Siegburger Soldaten 1877 errichtet wurde.
Durch eine Gasse auf der gegenüberliegenden Marktseite betreten Sie den Nogenter Platz, benannt nach der französischen Partnerstadt Nogent-sur-Marne.

Unmittelbar rechts des Rathauses weisen die Rua da Guarda, die Orestiadastraße und die Selçukstraße auf Siegburgs Partner in Portugal, in Griechenland und in der Türkei hin.
 

 
Sie gehen nach links zum Friedensplatz  hinunter und schauen dabei auf ein Wohn- und Bürohaus. Hinter der Glastür kann man noch immer ein Reststück der mittelalterlichen Stadtmauer sehen, mit deren Bau im 12. Jahrhundert begonnen wurde.

Am Fuß der Treppe wenden Sie sich nach rechts bis zur Ringstraße, wo Sie links abbiegen. Nach ca. 50 m treffen Sie auf eine achteckige Barockkapelle, die 1763 "Maria zum Frieden" geweiht wurde.
 

Nach rechts in die Bachstraße eingebogen, sehen Sie auf der gegenüberliegenden Seite das Gymnasium Alleestraße, das mit seinen Pavillonklassenräumen in den fünfziger Jahren zu den avantgardistischen Bauten zählte. Der moderne, blaue Anbau aus dem Jahr 2001 hat das Zeug zum Klassiker dieses Jahrhunderts.

 
Folgen Sie der Bachstraße und gehen Sie nach rechts in die Friedrich-Ebert-Straße weiter. Ein gelber Ziegelbau aus dem Jahre 1882 beherbergt heute die Musikschule und die Volkshochschule.

An der Kaiserstraße, der Hauptgeschäftsstraße Siegburgs, wenden Sie sich nach rechts. Etwa 200 m weiter zweigt auf der linken Seite die Ankergasse ab, wo wiederum ein Stück Stadtmauer die Grenze der mittelalterlichen Stadt markiert.
Zurück auf der Kaiserstraße gelangen Sie nach wenigen Schritten links in die Brauhofpassage.
Ansicht Kaiserstraße bei Dunkelheit 

Mahnmal Synagoge 
Durch die Passage kommen Sie zu dem Platz, wo früher die Synagoge stand. Auf dem Boden der ehemaligen Synagoge befindet sich ein Brunnen, der mit einer Inschrift an die im Dritten Reich verfolgten und ermordeten jüdischen Mitbürger erinnert.

An diesem Mahnmal vorbei, wenden Sie sich nach rechts in die
Holzgasse, wo Ihnen linker Hand das mächtige Fachwerkhaus "Zum Tannenbaum" - Beispiel eines reichen Bürgerhauses um 1660 - auffallen wird.
Fachwerkhaus Zum Tannenbaum 



Am Ende der Holzgasse zweigt rechts die Straße Zum Kleiberg ab, von der aus ein gepflasterter Fußweg zur Benediktinerabtei führt.
An schönen alten Bäumen vorbei geht es zunächst zum "Hexenturm". Der Hexenturm gehört zur ehemaligen Befestigung und ist als halbrunder Wachturm an die Stadtmauer angebaut. Seinen Namen bekam er durch eine düstere Erzählung im 19. Jahrhundert über die Hexenverfolgung, die jedoch jeder historischen Wahrheit entbehrt.

Annoschrein 
Folgen Sie dem Fußweg bis zur Abtei. Besichtigen Sie die Kirche mit dem Annoschrein, und steigen Sie auf den Turm, der eine wunderschöne Aussicht bietet. Auch die mittelalterlichen Festungsanlagen - speziell das Johannistürmchen - sind von Interesse.
Johannestürmchen 

Flaschen mit AbteilikörBevor Sie wieder in die Stadt hinab gehen, sollten Sie in den "Abteistuben" den nach einem Geheimrezept von den Mönchen produzierten Abteilikör probieren.


Die Bergstraße steil bergab gehend, erreichen Sie links die Mühlenstraße. Auf der linken Seite liegt mit der Hausnummer 6 das Pfarrhaus von St. Servatius. Eine lateinische Türinschrift weist auf Bauherrn und -jahr hin.

Im weiteren Verlauf der Mühlenstraße liegt auf der linken Seite in einer leichten Straßenbiegung das "Heiligenhäuschen", eine kleine Wegekapelle mit Madonna aus dem Jahre 1759.
Heiligenhäuschen 

Gaststätte auf der ArkenAuf der gegenüberliegenden Seite kommen Sie zum Haus "Auf der Arken" , erstmalig 1517 als Sitz der Familie "up der Arken" erwähnt. Nach rechts geht es in die Mahlgasse, wo Sie auf die Häuser aus dem 19. Jahrhundert treffen.
Über eine Holzbrücke geht es in die Gasse Auf der Kälke, wo in früheren Zeiten Gerber am Mühlengraben ihr Handwerk ausübten.
Entlang des Mühlengrabens, eingetragenes Bau- und Naturdenkmal, sehen Sie zur Linken das Kreishaus - Verwaltungszentrum des Rhein-Sieg-Kreises.




Auf der gegenüberliegenden Seite des Damms sehen Sie einen fünfstöckigen Industriebau. Er ist das letzte Zeugnis alter Mühlentechnik im ehemaligen Siegburger Mühlenviertel. Das Mühlrad erzeugt heute Strom.
Schaufelrad vereist 
Rechts gehen Sie über eine Holzbrücke weiter die Straße entlang. An der evangelischen Auferstehungskirche vorbei kommen Sie zur Zeughausstraße. Nr. 5 ging als ehemaliges königlich-preußisches Zeughaus in die Geschichte ein: In der Revolution 1848/49 wurde es zum Ziel eines Zuges von Freischärlern unter Leitung von Carl Schurz und Gottfried Kinkel. Heute ist es Sitz der "Musikwerkstatt Engelbert Humperdinck Siegburg". Gehen Sie ein Stück weiter zur Griesgasse.
Bibliothekseingang 
An der 1989 eröffneten und 2001 erweiterten Stadtbibliothek mit Café vorbei gelangen Sie wieder auf den Marktplatz, dem Ausgangspunkt unseres Rundgangs durch Siegburg.